Pharmazie

Ein sehr großer Teil pharmazeutischer Wirkstoffe wird in fester Form als Pillen oder Tabletten dargereicht. Andere Medikamente werden als Granulat oder lösliche Tabletten verkauft und vom Anwender direkt vor der Einnahme in Wasser aufgelöst. Der Weg zum einnahmefertigen Produkt führt vom in flüssiger Lösung vorliegenden Wirkstoff über Trockungsprozesse wie Sprüh- oder Wirbelschichttrocknung, Mahlprozesse und mechanische Trennprozesse wie Sieben, Sichten oder Klassieren. Dazwischen finden immer wieder pneumatische Transporte statt. Die mit dem Wirkstoff oder Hilfsstoffen in direktem Kontakt befindlichen Transportgase (Luft oder Stickstoff), müssen frei sein von Fremdpartikeln. Wirbelschichtprozesse und Windsichter erfordern die nachgeschaltete Partikelfiltration der beteiligten Luft/Gasströme. Auch andere Prozesse sind mit der Entstehung oder Verwirbelung von Stäuben verbunden, die zum Schutz der Arbeitsumgebung vor Kontamination, aber auch um Produktverluste zu vermeiden, durch Filter zurück gehalten werden. Die feuchte Luft aus Trocknungsanlagen wird ebenso filtriert wie jegliche Zuluft in einen Prozessraum.
Alle in dieser Umgebung eingesetzten Filter müssen höchsten Hygieneanforderungen genügen. Alle Materialien sind deshalb CIP-fähig. Auch bei der Zwischenreinigung während des Filtrationsprozesses müssen Produktverluste minimiert werden. Das wird gewährleistet durch das totraumfreie Filterdesign verbunden mit einer effektiven Rückstoßabreinigung.

 

Granulation

Die Granulierung ist ein weit verbreiteter Prozess der Konfektionierung pulverförmiger Komponenten in der pharmazeutischen Industrie wie in der Lebensmittelherstellung. Sie erzeugt aus feinen Pulvern, aber auch aus in einer Flüssigkeit suspendierten oder gelösten Stoffen ein Kollektiv aus fließfähigen Körnern mit einer engen Größenverteilung.

Für die weitere Verarbeitung von Granulaten aus Sprüh-oder Wirbelschichtprozessen sowie aus der Trockengranulierung ist es notwendig, dass verbliebene Feinanteile wie Überkörner (Agglomerate von Einzelkörnern) abgesiebt und in den Prozess zurückgeführt werden. Dieses leisten unsere an den Prozess angepassten Feingranuliersiebe und Siebkegel. Des Weiteren leisten unsere Siebe wichtige Dienste bei der Entfernung von Feinanteilen oder Fehlkörnern nach der Tablettierung vor der Verpackung oder einem weiteren Verarbeitungsschritt wie der Beschichtung.

 

Coating

Das Sprühcoating von Tabletten im Wirbelbett nach dem Wurster-Verfahren ist ein verbreiteter Prozess, um Wirkstoffe auf Trägerpartikel oder Schutzschichten auf Wirkstoffpartikel aufzubringen. Bei diesem Verfahren werden die Partikel in einem Behälter durch einen von unten durch eineSiebfläche aufsteigenden Luftstrom fluidisiert, dann wird die Lösung, Suspension oder Schmelze des Beschichtungsmaterials unten in den Luftstrom eingedüst. Der Prozess wird so lange fortgesetzt, bis alle Partikel gleichmäßig beschichtet sind. Der Siebboden am Boden eines Wurster-Coaters ist ein auf die beteiligten Partikel und den erforderlichen Luftvolumenstrom abgestimmtes Element von Seebach.
Ein weiteres wichtiges Filtrationsverfahren, in dem unsere Produkte zum Einsatz kommen, ist die Aufbereitung der Lösung oder Schmelze zum Sprühen. Hier muss sichergestellt werden, dass keine Partikel (Agglomerate, ungelöste Feststoffe oder nicht aufgeschmolzenes Material) die Düse verstopfen können. Auch die im Coater zirkulierende Luft wird mit Hilfe eines Filters von mitgerissenen Partikeln gereinigt.

 

Klassierung

Nach Granulierungs- und Mahlprozessen sind Sieb- und Klassierprozesse zur Standardisierung von Korngrößenverteilungen unerlässlich. Wir realisieren diese Prozesse mit Sieben, die in verschiedenen Geometrien mit einer großen Variationsbreite an Lochweiten und Lochformen verfügbar sind. Je nach der Form und Größenverteilung der zu klassierenden Partikel kommen Siebe mit rhombenförmigen, runden oder quadratischen Löchern zum Einsatz. Eine besondere, von uns ebenfalls unterstützte Anwendung stellt die Ausführung als Reibe oder Mühle durch Siebe mit Reibelochung dar.

 

Pilierung

Neben dem Coating eines Partikels (Wirkstoff) durch Aufbringen einer Flüssigkeit und anschließendes Trocknen besteht auch die Möglichkeit, Wirkstoffe oder Zusatzstoffe als Pulver auf Partikeln aufzubringen. Dieser Vorgang des Pillierens wird nicht nur in der pharmazeutischen Industrie durchgeführt, sondern auch zur Behandlung von Saatgut für die Landwirtschaft. In letzterem Fall können auch Schädlingsbekämpfungsmittel beigefügt werden. Neben der Verbindung von Wirk- Füll- und Hilfsstoffen spielt auch hier wieder die einheitliche Korngröße und damit die Erleichterung von Transportvorgängen und Dosierung eine Rolle.
Auch hier sind die Absiebung nicht verbundener Pulverrückstände als Feinanteil oder die Entfernung von Überkörnern Aufgaben, die mit Sieben von Seebach gelöst werden.

 

Trockung

Abhängig davon, ob das pulverförmige Produkt in einer hochkonzentrierten Lösung, als feuchtes Pulver, in einer verdünnten Suspension oder als Schlamm vorliegt, muss das geeignete Trockungsverfahren aus verschiedenen Möglichkeiten ausgewählt werden. Alle Trocknungsvarianten, sei es die Sprüh-, Wirbelschicht-, oder eine Bandtrocknung mit und ohne Vakuum, verwenden heiße Luft, die in diesem Prozess im Kreislauf geführt wird. In diesem Kreislauf werden mitgerissene Partikel durch Filter entfernt, Wasserdampf auskondensiert und die Luft wieder aufgewärmt. Bei Wirbelschicht- oder Sprühverfahren wird das trockene Produkt mit einem Luft/Gasstrom aus dem Apparat ausgetragen und das erhaltene Pulver anschließend durch Filtration gewonnen. Auch hier werden an die spezifische Prozesse angepasste Seebach-Filter eingesetzt, die durch ihr Material und Design geringste Produktverluste bei hoher Filtrationsleistung und langer Lebensdauer gewährleisten.

Alle Seebach Filterelemente sind CIP-fähig (CIP= Clean in place), d.h. sie können automatisch rückgeblasen, gespült und für ein neuen Batch wieder einsatzbereit gemacht werden. Das weltweit anerkannte Seebach-Design kombiniert maximale, wirkfähige Filterfläche mit minimalen Toträumen, um eine vollständige Abreinigung im CIP-Verfahren zu garantieren.